Buchempfehlung – Kommunale Intelligenz (Gerald Hüther)

Erfahrungsräume mit Potenzial

Der Mensch lernt nur, was ihn begeistert. Nur, was mit unserer Erfahrungswelt zu tun hat und was wir in Beziehung zu anderen erfahren, etabliert neue und dauerhafte neuronale Verknüpfungen – Voraussetzung für wirklichen Lernerfolg. Gerald Hüther, einer der bekanntesten Neurobiologen Deutschlands, fordert die Umsetzung dieser Erkenntnis auf kommunaler Ebene.

Kommune, das ist viel mehr als eine Verwaltungseinheit, das sind wir alle. Kommune bedeutet ursprünglich »Gemeinschaft«: die Familie, das Dorf, die Stadt. Das sind die wahren Lernorte, für Kinder wie für Erwachsene. Hier lernt der junge Mensch, worauf es im Leben ankommt, wie man gemeinsam mit anderen sein Leben gestaltet und Verantwortung übernimmt. Diesen entscheidenden Erfahrungsraum wiederzubeleben, erfordert ein radikales Umdenken: eine neue Beziehungskultur.

So wie das Gehirn nicht immer größer wird, aber sich ständig weiterentwickelt, können auch Städte und Gemeinden wachsen: nicht durch ein »immer mehr«, sondern durch die Verbesserung der Beziehungen. »Kommunale Intelligenz« ist ein Aufruf, heute, vor Ort, mit einer neuen Lern- und Beziehungskultur zu beginnen. Jede Veränderung beginnt im Kopf, und sie manifestiert sich in vielen einzelnen Schritten.

Hören Sie rein in die Buchpremiere
mit Gerald Hüther und Holger Noltze
im KörberForum – Kehrwieder 12
am 07. Mai 2013
Podcast
Video

127 Seiten | Klappenbroschur

12 x 19 cm
ISBN: 978-3-89684-098-1

 

2 Kommentare

  1. Ein ’nicht immer mehr‘ sondern den Fokus auf die Beziehungen und die Beziehungskultur zu lenken- dies wird auch sehr anschaulich im Film ‚Human Scale‘ verdeutlicht.In dem Film wird ein ermutigendes Bild aufgezeigt Stadtplanung vom Menschen her zu denken. So banal, so einfach und doch so selten umgesetzt. Vor Allem gegen die wirtschaftlichen Interessen Weniger.
    Als ich die Tage einen Brief von der Stadt sah, fiel mir der Stempel darauf auf. Darauf ist zu lesen Zusammenwachsen. Ich hoffe sehr, dass hier auch der Mensch im Fokus steht und nicht der Schwäbisch Haller Wirtschafts-Wachstums-Altar, auf dem inzwischen so viel geopfert wird.

    • Hallo Sandra,

      ich habe auch den Film „Human Scale“ gesehen. Besonders beeindruckend fand ich die Erkenntnis, dass Stadtentwicklung nicht nach einem „Masterplan“ funktioniert, sondern viel besser als Ergebnis einer Sammlung der Bedürfnisse ALLER. Ob man das in Schwäbisch Hall auch eines Tages erkennt?
      Auch beeindruckend fand ich, wie es selbst einer Stadt wie New York gelingt, den Menschen einen Vorrang vor dem Autoverkehr zu verschaffen und das am Times Square!
      Das Beispiel aus Neuseeland hat gezeigt, wie schwierig es ist, eine menschengerechte Stadtentwicklung gegenüber den mächtigen Finanzinteressen zu verwirklichen. Ich finde, jede Gemeinderätin und jeder Gemeinderat sollte diesen Film gesehen haben.

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