Brief an N. Sakellariou

In einem Brief an seine Fraktion kritisiert Stadtrat Sakellariou die Kinder-und Jugendpolitik der Stadt Schwäbisch Hall. Das Hallertagblatt berichtete am 12.11.13 in einem Artikel darüber.

Das Bürgerforum verfasste dazu den folgenden Brief an Herrn Sakellariou, der am 22. 11. 13 per Email zugeschickt wurde:

Sehr geehrter Herr Sakellariou,

mit Freude haben wir vom Bürgerforum Ihren Brandbrief im HT zur Situation der Haller Jugendlichen gelesen.

Endlich hat ein Mitglied des Gemeinderats diesen sozialen Missstand angesprochen, den wir schon lange beobachten: Ein Teil der Haller Bürgerschaft und die Verwaltung sind misstrauisch und abweisend gegenüber den Jugendlichen, vor allem in der Innenstadt Schwäbisch Halls. Dies hat negative Auswirkungen, auch bei Entscheidungen des Gemeinderats.

Wo soll die Jugend denn bei einer solchen Verbots- und Verhinderungsstrategie Kreativität, Gemeinsinn und Verantwortung entwickeln? 

Ist es nicht Aufgabe von uns Erwachsenen, auf die Jugendlichen zuzugehen, sie „auf Augenhöhe“ zu begleiten und sie nicht mit Worten abzuspeisen, sondern tatkräftig zu unterstützen. 

Wir stimmen Ihnen zu, dass schon sehr bald die Weichen neu gestellt werden müssen; hin zur zielgerichteten Förderung im Jugendbereich. Da wäre zum Beispiel  die Einrichtung ganztägig geöffneter Jugendtreffs in der Haller Innenstadt ein guter Anfang.

Andere Städte und Gemeinden, die seit Jahren mehrere Jugendräume mit vielfältigen Aktivitäten und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen – mit dem dazu nötigen Personal – machen es vor.

Herr Sakellariou, wir möchten Sie gerne unterstützen und mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Sicher haben Sie vor, das Thema schon bald im Gemeinderat anzusprechen. Wir werden zusammen mit Ihnen in der Öffentlichkeit alles tun, damit es zu einer gesellschaftlichen Neuorientierung kommt. Dazu sollten Sie auch die Ideen und Erfahrungen der Gruppierungen nutzen, die mit Jugendarbeit befasst sind:  Offene Jugendarbeit, Club Alpha, Stadtjugendring, Kleinstadtkinder usw..

Vielleicht sind die anstehenden Kommunalwahlen gerade der richtige Zeitpunkt! Wir hoffen, dass es dann auch zu konstruktiven Gesprächen im Sinne einer breiten Bürgerbeteiligung kommt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Wüntscher

i.V. des Bürgerforums-Schwäbisch Hall

 

 

1 Kommentar

  1. Brisant auch hierzu!
    Aktuelle Planungen zur Außensportfläche Grundschule Am Langen Graben / Friedensbergschule und Freizeitpark auf der Weilerwiese

    Lernen unsere Kinder so Verantwortung,Glaubwürdigkeit und Wertschätzung?

    Lange haben wir auf aktuelle Informationen gewartet, auf mehrmalige Nachfragen kam jüngst die Nachricht: „Die Ausschreibung läuft, bald wird gebaut werden.“Völlig unerwartet erreicht uns nun über das Haller Ratsinformationssystem folgende alarmierende Neuigkeit:

    Am kommenden Mittwoch, 30.7.2014 wird die Verwaltung in der öffentlichen Gemeinderatssitzung vorschlagen, eine Realisierung der Sportanlage „vorerst zurückzustellen“. Der Bau der Ärztehäuser und des unterirdischen Parkhauses soll vorrangig behandelt werden.

    Als Gründe dafür werden die Notwendigkeit umfangreicher Flächen für die Baustelleneinrichtung und Materiallagerung, sowie der Bedarf weiterer stadtnaher Parkflächen durch die Ärztehäuser auf der Weilerwiese und eines weiteren Gebäudes auf dem Eventplatz genannt.

    Durch die Baumaßnahmen wird eine Realisierung der Sportflächen und der Skateanalage innerhalb der nächsten 18-20 Monate ausgeschlossen.

    Die unterirdische Parkfläche soll auf einen Großteil der gesamten Fläche erweitert werden, was eine Neuplanung der Überbauung, sprich der Sportfläche, notwendig macht.

    Wie bequem ist es da, dass nun auch weitere Umstände gegen den Bau der Freizeitanlage zu sprechen scheinen. Die Verwaltung fordert die Ausschreibung der Sportanlage aufzuheben und informiert darüber, dass im Ausschreibungsverfahren kein Wettbewerb entstanden ist, da nur ein Angebot abgegeben wurde; dieses auch noch mit nicht zu verantwortender Überhöhung der veranschlagten Kosten. Um einem Protest vorzubeugen folgt anschließend der Hinweis, dass eine Aufhebung unter gegebenen Umständen rechtlich nicht anzuzweifeln ist.

    Verwaltung, Antijugendraumlobby und Pro-kapitalgesteuerte Interessensgruppen bekommen gemütlich Argumente in den Schoß gelegt.

    Es ist kaum zu glauben, dass das ohnehin schon peinliche Planungsdesaster mit allen Folgeerscheinungen noch irrsinniger in die Absurdität getrieben wird. Dass Bedürfnisse von Jugend, Kindern und Schulen als Wunschkonzert verunglimpft wurden zeugt von grundsätzlich fehlendem Verständnis, Einfühlungsvermögen und Akzeptanz für Jugendkultur in der Stadt.

    Dass den beiden innerstädtischen Schulen seit Jahren ersatzlos jede Freifläche für sportliche Aktivitäten gestrichen wurde, taucht nur am Rande auf. Vor 6 Jahren wurde ein zeitnaher Rückbau der Außensportflächen zugesichert. Über die aktuell geplanten Beschlüsse wurden sie nicht informiert.

    Die Situation kann so nicht hingenommen werden.

    Welche Aussichten hat ein Kampf für die Rechte der jungen Generation, die im Schatten übermächtiger Großprojekte zu verkümmern drohen, deren Freiräume – ganz wörtlich genommen – untergraben werden? Kann ein Platz, an dem sie nur partiell geduldet und nicht willkommen sind, die notwendigen Anforderungen jemals erfüllen?

    Doch wo sind die Alternativen? Soll so die Botschaft an unsere Kinder aussehen? Sie lernen hier und heute was Versprechen (in der kleinstädtischen Politik) wert sind. In diesem Fall nicht mehr als der (Bau)Dreck unter den verantwortlichen Fingernägeln.

    Wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für unsere Kinder, für unsere Welt. Wem der soziale Gedanke nicht Argument genug ist, darf sich bewusst machen – Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Ob und wie sie dann verinnerlicht haben, was Verantwortung, Glaubwürdigkeit und soziale Wertschätzung bedeuten, werden wir alle an Leib und Seele erleben.

    Das „Thema Weilerwiese“ mutiert zunehmend zum Sinnbild für lobbygesteuerte Machenschaften und den beschämenden Umgang mit unpopulären Bedürfnissen und Notwendigkeiten.

    Es ist ein soziales Armutszeugnis für die Stadt die Chance verstreichen zu lassen ihren Kindern und Jugendlichen zu signalisieren, dass ihr gesetzlich verankertes „Recht auf Spiel und Bewegung“ und dessen Notwendigkeit für ihr gesundes Aufwachsen, für die Lebendigkeit und Zukunft einer Stadt und der gesamten Gesellschaft, gehört, verstanden und eingeplant wird!

    Wir appellieren dringend an den Gemeinderat umfassende, sofortige und nachhaltige Lösungen für die Grundschule, die Friedensbergschule und die Jugendlichen auf den Weg zu bringen!

    Wir appellieren an alle Eltern, Lehrer und Bewohner der Stadt nicht tatenlos zuzusehen, wie die Rechte der Kinder untergraben werden.

    Wir fordern von Stadtverwaltung und Gemeinderat einen transparenten Nachrichtenfluss in Richtung der betroffenen Gruppen und der Öffentlichkeit.

    Eine Möglichkeit Präsenz zu zeigen ist die Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch, 30.7.2014, 18 Uhr, Blendstatthalle Schwäbisch Hall.

    Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen.
    Herzliche Grüße
    Für die Kleinstadtkinder
    Kirsten Zahn-Massing

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