Bäume fallen – Bürger stehen

Protestaktion gegen die Baumfällung auf dem Unterwöhrd

Die Bauwut der Stadt Schwäbisch Hall frisst viele Flächen, zahlreiche Bäume und Obstwiesen wurden bereits gerodet oder sollen noch gerodet werden. Dies führt bei vielen Menschen in Schwäbisch Hall zu einem großen Unbehagen. Nach dem nun das Haller Tagblatt über die bevorstehenden Baumfällungen und auch über die Unterschriftensammlung gegen die Fällungen berichtete, stellten sich am heutigen Dienstag, 18.02.2014, rund zehn Menschen den Motorsägen auf dem Unterwöhrd in den Weg. Dies führte immerhin dazu, dass der Leiter des Amtes für Planen und Bauen, Herr Neumann, zu einem Gespräch mit den Bürgern hinzu kam.
Zwar handelt es sich bei den Baumfällungen um im Gemeinderat abgesegnete Pläne, doch ob diese in dem jetzigen Umfang tatsächlich erforderlich waren, blieb im Unklaren. Von Seiten der Kleinstadtkinder wurde bekannt, dass aus ihrer Sicht die Bäume hätten stehen bleiben können.
Weitere ungelegte Eier der Verwaltung, wie eine vom OB angesprochene Verlegung des Globe Theaters, würden weitere Bäume, dann aber alte und ökologisch noch wesentlich wertvollere Exemplare betreffen.
Aber es geht nicht nur um Bäume in der Innenstadt, auch in den Baugebieten fallen Bäume in großer Zahl. Sie alle stellen auch Lebensräume für Tiere, vor allem Fledermäuse und Vögel dar.
Ein weiterer Grund des schwelenden Unmuts unter den stellvertretend anwesenden Bürgern ist die Tatsache, dass bisher eine ausreichende Bürgerbeteiligung zu den Grundlagen der Stadtentwicklung nicht stattfand. Wo sie stattfand, wurden die Bürger meistens enttäuscht (s. Weilerwiese).
Offenbar besteht gegenüber dem Gemeinderat und den Fraktionen ein Vertrauensdefizit. Politikverdrossenheit und geringe Wahlbeteiligung sind ja auch offiziell bestätigt worden, zuletzt bei der Wahl des OB (Wahlbeteiligung 34,4%).
Immerhin wurde vor zwei Wochen öffentlich mit dem OB über den Verkehr in der Innenstadt diskutiert. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die Bürger stärker mit ins Boot genommen werden. Es ist ihre Stadt.

2 Kommentare

  1. Laut Eberhard Neumann, Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Rahmen seines „Stadtspaziergangs“ für die VHS am Donnerstag, 27.02. waren folgende Gründe ausschlaggebend, die 5 Bäume auf dem Unterwöhrd für den Kleinkinderspielplatz zu fällen:
    – mindestens einer war krank
    . mindestens 2 wären durch die aufwändigen Fundamentierungen für die Spielgeräte in ihrem Wurzelbereich gefährdet worden. Mit möglichen Spätfolgen, dass sie dann weniger vital sind und evtl. Äste auf die Spielfläche fallen könnten.
    – einer war eine Eiche, man hatte Sorge vor dem in Hall in den letzten Jahren sehr stark auftretenden Eichenprozessionsspinner. Man hätte dann Pestizide versprühen müssen, den Spielplatz danach einige Tage sperren müssen, und immer noch bliebe ein ungutes Gefühl, dass man über dem Sandkasten und den Spielgeräten einen Pestizidnebel versprüht hätte.

    • Herr Neumann hat schon viel vergessen und „lügt wie gedruckt“.
      2006 hat er zugelassen, dass bei Bauarbeiten auf dem Sparkassenplatz
      die dort stehenden 3 Kastanien ohne Wurzelvorhang ungeschützt mehrere Wochen lang Sonne und Hitze ausgesetzt waren. Außerdem, wie viele Leute bestätigen können, wurden die Wurzelteller als Abstellfläche für schwere Baumaterialien sowie für das Dixiklo genutzt wurden. Her Neumann war verantwortlich. Hätten nicht engagierte Menschen reagiert, wären die Bäume nicht zu retten gewesen. Einen der Überlebenden hat ohne sichtlichen Grund die Kettensäge jetzt im Februar niedergemacht.
      Quatsch, was er hier als Gründe beschreibt! Man kann Bäume bei Bauarbeiten entsprechend schützen; das ist sogar vorgeschrieben. Außerdem müssen Bäume im Zugangsbereich eh in bestimmten Zeitabständen überprüft werden.
      Was weiß denn Herr Neumann von Schädlingsbekämpfung außer dass man damit Angst machen kann?
      Warum hat Herr Neumann zur Bau/m-Politik der Stadt nicht die eigentliche Zielrichtung genannt: „Beim Bauen klotzen und bei Bäumen sparen“ ?

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