So läuft das in Schwäbisch Hall !!

Tiefgarage

Zur Entscheidung des Gemeinderats gegen Sportpark und für Tiefgarage:

Mit der erwarteten „Politik der vollendeten Tatsachen“ hat eine knappe CDU-FWG-OB-Mehrheit gestern für die Streichung des Jugend-Sportparks abgestimmt.                                                                                                                                                       Dabei hat sich gezeigt, wie dreist der OB mit Halbwahrheiten und hohlen Versprechungen ablenkt um die eindeutig wirtschaftslobbyorientierte Stadt-Planung der Verwaltung durchzusetzen.
Es bleibt mit „Heiligem Zorn“ festzustellen: Den Interessen von wenigen Ärzten, der Stadtwerke und den Betreibern des Hotels Hohenlohe wurden die Bedürfnisse, das Engagement und das Wohlbefinden der Jugendlichen und Freizeitsporttreibenden geopfert, denen schon vor sieben Jahren ihre Freizeitfläche Weilerwiese genommen wurde.
Bei den beiden Abstimmungen im Gemeinderat war deutlich „Fraktionszwang“ zu beobachten, in dieser Form eigentlich unüblich in Gemeinderäten; die Hände gingen bei beiden Abstimmungen erstaunlich schnell in die Höhe. Sowohl die Nicht-Neuausschreibung zum Sportpark als auch die Erweiterung der Tiefgarage wurden wie von langer Hand vorbereitet ohne Enthaltung beschlossen. FWG und die CDU konnten sich auf ihren Leute verlassen – und auf den einzigen (!), der sich dem Fraktionszwang seiner Partei nicht unterwirft, nämlich den Oberbürgermeister. Dieser scheint allerdings keine Gewissensgründe dafür gehabt zu haben. Er hat seine intransparente Hinterzimmer-Amtsführung fortgesetzt, mit der er die Prosperität der Stadt nicht nach Gemeinwohl, sondern hauptsächlich nach Bau-, Parkierungs- und Gewerbe- Wachstum ausrichtet.
Ist es nicht ein Unding, dass der bereits beschlossenen Jugendsportpark mit Unkosten von etwas mehr als einer halben Million von den vorläufig geschätzten 30 Millionen Euro (!) für das städtebaulich fragwürdige Bau- und Tiefgaragen- Projekt Weilerwiese quasi überrollt wird? Was ist daran denn verantwortungsbewusste Stadtplanung?
Und noch dazu: Ist es nicht auch im Gemeinderat ein Mangel an Verantwortung, wenn sich bei Konzepten zum Innenstadtverkehr, die unter anderem den LKW- und Anlieferverkehr zur Innenstadt quer über den Unterwöhrd (!) oder über die Neue Strasse empfehlen, niemand zur Stellungnahme aufgefordert fühlt. Es bleibt rätselhaft still!  Kann sich denn niemand vorstellen, was Lieferverkehr und Parkplatzausweitung aus der Haller Innenstadt machen, wenn noch „günstigere“ Verkehrsführungen immer mehr PKWs und LKWs in die Stadt holen; das wird Sicherheit, Mobilität und Freiräume der Bevölkerung noch weiter einschränken?  Es ist doch anno 2014 keineswegs mehr zeitgemäß, vermehrten Park- und Lieferverkehr in einer eigentlich attraktiven Innenstadt zuzulassen? Da gibt es doch Alternativen!
Aber es scheint im Gemeinderat leider zu wenig Sachverstand und Mut zu geben um das offensichtliche Planungschaos der Verwaltung zu bremsen und im Sinne des Gemeinwohls eine bürgerfreundliche Stadtentwicklung zu fördern? Man ist offensichtlich vorbehaltlos vom betriebswirtschaftlichen Aktionismus des selbsternannten Baubürgermeisters Pelgrim eingenommen.
Das Plakat, das ich in der Sitzung gestern störungsfrei hochzuhalten versucht habe und das auf Anweisung von OB Pelgrim widerrechtlich unten gehalten werden sollte, enthielt die für Schwäbisch Hall richtungweisende Fragestellung: „PARKEN UND SHOPPEN STATT SICH WOHLFÜHLEN?“ Dieser zukunftsweisenden Frage sollte man sich im Gemeinderat und in der Bürgerschaft ohne Vorbehalte stellen.

Peter Wüntscher

2 Kommentare

  1. Es ist ein Trauerspiel… Habe ein interessantes Konzept für eine nachhaltige Stadtplanung entdeckt. Nennt sich Cittaslow…
    hier trifft wirklich „Tradition auf Zukunft“ und ist nicht nur Spruch, sondern gelebte Vision mit Inhalten.
    Es ist ein Denkansatz, den wir in Schwäbisch Hall unbedingt zur Diskussion stellen sollten!
    Auch wenn die Hoffnung, dass dieses Konzept auf Gegenliebe bei den Verantwortlichen trifft, nicht besonders groß ist. Einen Versuch ist es wert…

    Mehr Info auf citta-slow.de!
    Eine Cittaslow, das ist…
    „…eine Stadt, in der Menschen leben, die neugierig auf die wieder gefundene Zeit sind, die reich ist an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den Wechsel der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontaneität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet…“

    http://kleinstadtkinder.blogspot.de/2014/10/cittaslow-hier-trifft-tradition-auf.html

  2. Ja, es ist ein Trauerspiel. Danke für den Mut und das weitere Engagement. Dieses Verhalten würde ich unserem Gemeinderat abverlangen wollen. Zu viele Nichts- Blicker und Ja- Sager im Gemeinderat. Ich weiß nicht warum diese- bis auf ein paar Ausnahmen- dem OB Pelgrim so „hinten rein schlupfen“.
    Einige bedienen sich der wirtschaftlichen Vorteile, das ist offensichtlich. Was kann man jedoch gegen diese Diktatur tun ? Das ist für uns die große, offene Frage. In welchem Jahrhundert leben wir denn ? Dieser OB und seine Wasserträger dürfen doch nicht in den nächsten Jahren die komplette Stadt verschandeln dürfen. Wir hätten diesen Herrn nach Stuttgart gewünscht. Wenn dieser “ Obere Meister“ meint, dass er Schilder während Gemeinderatssitzungen verbieten darf, müssen diese eben auf anderem Wege gezeigt werden 🙂 Cittaslow wäre ein Traum um den es sich wirklich lohnt zu kämpfen. Schwer jedoch mit dem größten Teil dieses desinteressierten und wenig sachkundigen Gemeinderats.

    Susanne Pilsner

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*