Einbahnstraße auf dem Haller Altstadtring?

Noch ist ein wenig Zeit für Vorbereitungen: Ab April soll in Untermünkheim die B19 in der Ortsdurchfahrt voll gesperrt werden. Von etwa 6 Monaten ist die Rede. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Hall hat ja schon des Öfteren auf die daraus folgenden chaotischen Verkehrsverhältnisse hingewiesen, wenn sich erst einmal der ganze Durchgangsverkehr von der Westtangente aus durch die Stadt am Scharfem Eck und durch die Johanniterstraße hindurchwälzen wird. Gerade dort ist die Leistungsgrenze ja schon jetzt an jedem normalen Werktagvorabend überschritten, weshalb OB Pelgrim ja anlässlich auch versucht hat, den Weilertunnel vielleicht doch noch politisch durchzusetzen.

Mir ist – temporär für die Zeit der Untermünkheimer Sperrung! – eine andere Idee gekommen, die ich vergangenen Freitag an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats; OB Pelgrim, Fachbereichsleiter Peter Klink und das Haller Tagblatt gesendet habe – mit dem Wunsch zur eingehenden Prüfung und Diskussion.
Ggf. wäre es auch sinnvoll, das von einem Verkehrsexperten wie dem Ingenieurbüro Mörgenthaler durchzurechnen. Da wir uns im Bürgerforum ja öfters auch schon mit den Verkehrskonzepten beschäftigten, ist uns die Materie nicht ganz neu.

Die Idee:

AltstadtringVerkehrskonzept Stadtring 2015klein

(Siehe auch anhängender PDF-Plan)

Für die Zeit der Sperrung wird aus dem Altstadtring eine Umfahrung als komplett zweispurige Einbahnstraße gegen den Uhrzeigersinn. Das ist natürlich für jeden direkten Anlieger, wenn er „in die falsche Richtung“ möchte, erstmal ein kleiner Umweg. Aber besser etwas weiter gefahren als nur gestanden. Denn der große Vorteil ist die komplette Entflechtung der Verkehrsknotenpunkte, die keine kreuzenden Fahrtrichtungen mehr leisten müssen. Sogar am Scharfen Eck funktioniert das einwandfrei. Um die Altstadt herum kann komplett zweispurig gefahren werden. Vom Hotel Hohenlohe bis zum Friedhofsdreieck kann der Gegenverkehr sogar erhalten bleiben.

Der Busverkehr funktioniert weitestgehend ohne Einschränkungen. Lediglich stadteinwärts müsste für das halbe Jahr wieder vom Scharfen Eck her über die Henkersbrücke gefahren werden und dann gleich links Richtung ZOB abgebogen werden. Dies allerdings nur, um die Taktzeiten zu „retten“. Die Busse (auch die des Kreisverkehrs) könnten wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch einfach drumherumfahren.
Außer ein paar Umleitungs- und Richtungspfeilschildern, ein paar Fahrbahnmarkierungen und ggf. ein paar Optimierungen in der Ampelsteuerung ist nichts notwendig.

Ein einziges Feedback, gab es bisher von Seiten der angeschrieben Personen: Einer der Fraktionsvorsitzenden gab zu bedenken:

„Mir erscheint auf den ersten Blick die dadurch entstehende Belastung für den Abschnitt Hirschgraben oder auch Unterlimpurger Str. doch sehr kritisch zu werden. Ist die Engstelle am Beginn des Hirschgrabens für schwere Sattelzüge zu bewältigen? Ganz sicher nicht zweispurig.“

Die Antwort darauf bisher:

Zunächst ist es so, dass bisher ja Busse und Laster auch vor der Hirschwirtscheuer einbiegen. Aber mir erscheint dies auch DIE Engstelle im ganzen Konzept zu sein. Aber es gibt da 2 Chancen:

  1. Die LKWs fahren vor zur Bäckerei Dierolf und biegen da erst rechts ab (die Fahrtrichtung Katharinenstrasse würde sich ja auch umdrehen).
  2. Da ja die Geradeausspur der Stuttgarterstr. auf Höhe der Verkehrsinsel vorm Scharfen Eck gesperrt wird, dürfte ein ausreichender Kurvenradius herstellbar sein.

Die Schleppkurvenmontage im folgenden Bild scheint beide Thesen zu stützen.
Was „echte LKW-Führer“ dazu sagen, würde mich allerdings wirklich interessieren.

LkW-Schleppkurven am Scharfen Eck - wird es funktionieren?
LkW-Schleppkurven am Scharfen Eck – wird es funktionieren?
Über Sven Haustein 33 Artikel
selbständiger freier Architekt in Schwäbisch Hall, vielseitig ehrenamtlich engagiert z.B. beim gemeinschafltichen Bauen in Schwäbisch Hall, bei Hall Aktiv, im Carsharing-Verein "teilAuto Hall e.V.", Haus & Grund, der Architektenkammergruppe und dem Bürgerforum.

3 Kommentare

  1. Habe heute mit einem Spediteur gesprochen. Er meinte bezüglich des Abbiegens an der Hirschwirtscheuer mit dem LKW: „Geht, ist aber nicht schön.“ Er schlägt spontan vor, die LKWs vom Gaildorfer Dreieck weg über die Neue Reifensteige und den Tunnel zu schicken. Auch eine nachdenkenswürdige Idee.

  2. Also, der Stadtrat hat sich gegen die Idee entschieden. Jetzt hoffe ich mal, dass es wirklich nur Übertreibungen waren und sie Recht behalten, dass das Chaos ausbleibt. „Nur 3-4 Stunden mehr Verkehr pro Tag“ meint OB Pelgrim. Naja, volles Chaos von 14-18h auf der Johanniterstraße stell ich mir auch nicht so schön vor.
    Übrigens: Die beschlossenen Maßnahmen könnte man ALLE mit der Idee vom Einbahnstraßenring kombinieren…
    Für den Fall, dass doch noch Bedarf entsteht!
    http://www.swp.de/3102541

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