Haalplatz, ein Ort, der nach Bürgerbeteiligung schreit

Wie hat es Professor Resch beim Symposium im März 2014 ausgedrückt: Das ist kein Haalplatz, das ist ein Parkplatz. Richtig! Und da gilt es anzusetzen.

Doch wie sieht es mit den Planungvorstellungen der Verwaltung aus? Offensichtlich „mau“, weil keine Details bekannt werden, obwohl bereits 2013 die mittelfristige Finanzplanung für den Haalplatz eine Tiefgarage mit Tief-Zufahrt vorsieht – für einige Millionen Euro. Vielleicht sind diesbezüglich die wichtigen Entscheidungen inzwischen „in Hinterzimmern gereift“. Da ist dann sicher auch keine Transparenz gewollt, die Vorstellungen und Wünsche der Bürgerschaft zulässt. Oder man lässt in fadenscheinigen Info-Veranstaltungen Fragen zu, deren Beantwortung Pelgrim und andere wie gewohnt geschickt umgehen oder offen lassen können.

Da hatte unser OB aber doch tatsächlich versprochen jetzt im April/Mai ja Tacheles zu reden! Er hat erklärt, eine Bürgerbeteiligung zur Haalplatzplanung zulassen zu wollen und es war eigentlich zu erwarten, dass im Mai die „Karten auf den Tisch gelegt werden“ – man konnte hoffen, dass offene Bürgerbeteiligung stattfindet wie bei der April-Veranstaltung zu den Ausschreibungskriterien bei Planung des Bahnhofsareals. Aber nichts von dem!

Schlimmer: Pelgrim versucht seitdem mit beschwichtigender Raffinesse,  seine Brücken-, Eventplatz Unterwöhrd-,  Tiefgaragen- und „Stadt am Fluss“-Linie in sachzwangartiger  Manier durchzuziehen; und das trotz vieler öffentlich vorgebrachter Einwände.

Gottseidank kam im Gemeinderat  mit der Forderung nach einem Gesamtkonzept noch in letzter Minute Gegenwind zum „Einstieg Lindachbrücke“. Da reicht es vielleicht aus, dass der Bau dieser LKW-Brücke erst einmal verhindert wird (Im Entwurf Verkehrskonzept Maßnahmenkonzept „Kocherbrücke-Unterwöhrd“ ist ein Lieferverkehrsweg angedacht, der über zwei neue Brücken die LKW-Zufahrten sichern soll, sowohl zum Unterwöhrd selbst als auch zum Haalplatz. Da gäbe es für den OB mit seinem Wachstumswahn vielerlei Möglichkeiten für repräsentative Bauvorhaben, sowohl für eine Bebauung des Unterwöhrd als auch für eine mögliche Großbaustelle Haalplatz.

Mit der Planung „Globe-Neubau hat der Freundeskreis Theater jüngst ein insgesamt fragwürdiges Projekt ins Gespräch gebracht. Da fragt man sich, wer diesbezüglich das Sagen hat:  Eine kleine Interessengruppe plus Marketing-OB ersetzt einen ordnungsgemäßen Planungsprozess, in dem die Bürgerschaft von Anfang an beteiligt ist. Der Gemeinderat scheint offensichtlich auch außen vor zu sein, denn eine diesbezügliche offene Diskussion zum Globeneubau (Lage, Aussehen) ist nicht bekannt. Vielleicht sind aber auch im Gemeinderat die Weichen schon gestellt wie vergangenes Jahr bei der Beschlussfassung zur Weilerwiesen-Verbauung. Deshalb gilt es jetzt auch in deren Richtung massiv zu fordern: „Hände weg vom Unterwöhrd!“

Wenn sich aber Pelgrim und Biermeier in ihrem HT-Theaterfrühstück hinsetzen und in gelassener Manier versuchen die Bürgerschaft für dumm zu verkaufen („auf die Frage einer Zuhörerin nach Beteiligung der Bürger antwortet Pelgrim mit Ja“), dann fordert die aktuelle Lage breiten Widerstand durch die engagierte Bürgerschaft, eigentlich auch im Gemeinderat mit seinen Ausschüssen.

Lassen wir uns nicht von verlogener Wachstumspolitik in der Verwaltung und in den Köpfen vieler Gemeinderät/innen und von den leeren Versprechungen Pelgrims hinters Licht führen.

Es muss uns ein dringendes Anliegen sein die Zukunft unserer „Stadt am Fluss“, den Unterwöhrd  und den Haalplatz nach unseren Vorstellungen und mit den Ideen aus der Bürgerschaft zu gestalten, so wie es beim Haalplatz-Symposium vergangenes Jahr zukunftsweisend vorbereitet wurde.  Wenn nicht jetzt, wann dann?

 

 

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