Neugestaltung des Neubausaals

Leserbrief    2016-01-15
„Aufstrebende Kulturstadt“ Schwäbisch Hall
Nach der Vorstellung der Architektenentwürfe zur Ertüchtigung des Globes und dem Bau eines neuesTheaters am 14.1.2016 in der Blendstatthalle kamen mir folgende Gedanken:
Seit Jahrzehnten dämmert der prächtige Neubau (Zeughaus), eines im wahrsten Sinne des Wortes herausragendes Kleinod der Haller Baugeschichte, vor sich hin. Mit seinem erhabenen prägnanten Erscheinungsbild weithin sichtbar über der Altstadt thronend, ist er dennoch für mich und viele Haller Bürger im Inneren nicht wirklich einladend und präsent. Das liegt an der verstaubten Atmosphäre der wohl in den 70iger Jahren erstellten Innenarchitektur, an der ‚plüschigen steifen Kinobestuhlung‘, der funktional nicht gut nutzbaren Bühne und der Akustik.  Einen erfahrenen Kulturgenießer, der ganz anderes gewohnt ist, schreckt er eher ab. 
Es erscheint mir richtig, die Impulse der Haller Architektengruppe Kuhn, Mix, Kienle, Zink, Weidenbach und Schuhmann aufzugreifen, die einen für Haller Verhältnisse – und Hall ist keine Großstadt -  sinnvollen und gut zu realisierenden Entwurf für die Ertüchtigung des von ihnen entwickelten Globetheaters vorstellten. Zweckmässiger Weise wurde der Entwurf mit der  Modernisierung des Zeughauses verknüpft. Dies scheint mir sinnvoller, als der Abriß des Globe und Neubau einer der beiden vorgestellten Multifunktionstheater. Solche Theaterneubauten könnten in jeder Großstadt stehen. Laut Architektengruppe lassen sich für die Kosten eines Theaterneubaues sowohl die Ertüchtigung des Globetheaters als auch die Modernisierung des Neubaupotentials realisieren..
Was also ist der Kultur in Hall wirklich dienlich? Das Alleinstellungsmerkmal und der vorhandene Bekanntheitsgrad des charmanten Haller Shakespeare –Theaters. Dazu gehören dann auch noch die Haller Freilichtspiele auf der großen und kleinen Treppe, mit ergänzendem Programm durch Theaterspaziergänge und Theaterkeller, sowie ein multifunktional, modern ausgebautes historischen Zeughaus, nutzbar für alle Jahreszeiten. Das wäre eine optimale Verwendung von Ressourcen  und eingesetzten Steuergeldern. 
Der Bau eines neuen Theaters wird nicht zwangsläufig mehr Publikum nach Hall ziehen. Es ist eher das Alleinstellungsmerkmal aller erwähnten Kulturstätten und das qualitätsvolle Programm, das Hall als Kulturstadt noch bekannter werden läßt. Allerdings meine ich ein wirklich niveauvolles Programm, mit dem Hall auch auf der Treppe bekannt wurde, und nicht eine Abspeisung von Massentourismus durch Revuetheater.
Ich bin der Haller Architektengruppe für ihren Einsatz und ihre Vorschläge sehr dankbar und hoffe auf eine rege Anteilnahme der Haller Bürgerschaft an diesem Prozeß der Entscheidungsfindung. 
Rita Walpurgis
Freie Landschaftsarchitektin
Schwäbisch Hall

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*