Appell an den Gemeinderat von Schwäbisch Hall

Ein Appel von Gudrun Hölzer vom 28. Feb. 2016.

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,
wir freuen uns alle über die Besetzung des neuen Intendanten Christian Doll und sind sehr gespannt auf seine Ideen. Warum so eilig mit einer Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte. Lassen Sie den Intendanten erstmal ankommen, die Große Treppe, das wichtigste Theater-Aushängeschild der Stadt “erobern”, sich einfinden, passende Konzepte und Formate für unsere besondere Stadt finden. Jede Saison bringt neue Erfahrungen. Vergeben Sie doch nicht die Chance eigenständiger Entwicklungen durch geschaffene Tatsachen dieses umstrittenen, von den Bürgern nicht gewünschten Neubaus. Was soll das denn? Haben wir nicht ausreichend freie Treppen und Flächen zum bespielen? Die Treppe am Landratsamt wurde bereits einige Jahre bespielt, schon vergessen? Die neue Treppe am Froschgraben, viele weitere Treppen und Winkel, die es zu entdecken gibt und in Theaterspaziergängen möglicherweise aufgegriffen werden können. Natürlich wird ein Intendant nach entsprechendem Briefing einen Theaterneubau bejahen, doch lassen Sie dem Intendanten die Möglichkeit Plätze und Orte in unserer Stadt selbst zu finden. Auf die Art und Weise, wie dieses Vorhaben (wieder Mal) durchgedrückt wird möchte ich hier nicht eingehen. Nur folgendes: Im Mai   l e t z t e n   Jahres, also fast vor einem Jahr, habe ich Ihnen mit Sorgen drei Schreiben zugesandt, liebe Damen und Herren des Gemeinderats. Vieler dieser angesprochenen Themen sind für eine Entscheidung dieser Tragweite noch nicht ausreichend beantwortet. Beginnend bei der Frage: Brauchen wir tatsächlich eine Weiterführung? Zufahrt und Wendebereich der Anlieferung, Sichtversperrung der schönsten Stadtansicht, Denkmalschutz, Baukosten, zusätzliche Betriebskosten, jährlicher Defizitausgleich, der Neubausaal, das angefragte Gesamtkonzept (detaillierte Maßnahmen mit Kosten) – nicht zu vergessen:
die immer noch bestehende “Personalunion” usw., usw. Keine dieser Themen wurde ausreichend geklärt, sodaß eine Entscheidung auf eine solide Basis gestellt werden kann.

Doch Vieles hat sich auch getan! Ihre Bemühungen und aktiven Hinterfragungen und Entscheidungen z. B. zum Thema Zufahrtsbrücke wurden wahrgenommen. Vielen Dank! (Besonderen Dank an Frau Rabe und Herrn Lindner!) Auch die Einbeziehung der hiesigen Architekten wurde erfreulicherweise nachgeholt, wenngleich man darüber auch nicht wirklich scharf nachdenken darf. (Hüls-Idee – Weiterentwicklung: durch Ihre Entscheidung?) Nun scheint es, als ob trotz bekannter offenen Fragen zur Abstimmung aufgefordert wird. Warum diese Eile, dieses Durchpeitschen, die Ignoranz von zweitausendsiebenhundertachzig – 2780 – Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern, die sich empören, durch Leserbriefe und schriftlichen Anfragen. Nun ist zu lesen: Es gebe keine klare Ja/Nein-Frage für einen Bürgerentscheid. Es ist nicht zu fassen! Und eine persönliche Betroffenheit bei der Nachfrage nach möglicher Befangenheit. – ??? Auf welcher Grundlage können Sie eine verantwortliche Entscheidung treffen. Warum lassen Sie nicht die Bürger entscheiden? Dann sind Sie, liebe Damen und Herren des Gemeinderates etwas aus der Verantwortung. Setzen Sie das Thema Globe bitte auf Eis und vertrauen Sie den Ideen unsres neuen Intendanten, der seine Zeit zur Entwicklung von Konzepten braucht. Zunächst muss er die Große Treppe erobern, wie bereits erwähnt: das wichtigste Theater-Aushängeschild der Stadt! Es drängt nicht. Nach einigen Jahren werden Dinge wieder neu betrachtet. Das Globe ist und bleibt und war das Globe. Eine Ära geht auch vorbei und die Zeit bringt Neues. Ich erwarte von unsren gewählten GemeinderätInnen Besonnenheit und kluge Entscheidungen, die Sie, liebe Damen und Herren des Gemeinderates auch nach der “Pelgim-Ära” (noch 5 Jahre) noch vertreten können.
Viele Gemeinderäte sind lange Jahre dabei und lenken das Geschick dieser Stadt, zum Teil seit Jahrzehnten. Nochmals eine fahrlässige Entscheidung? (HT, 24. 2. 2016, Lehren aus dem Bau des Globes) Fünf Jahre sind nicht wirklich lang, wenn ich bedenke, dass das Schreiben an Sie (zu meiner eigenen Verwunderung) nun fast ein Jahr her ist, auch die Unterschriftsliste, das Frühstück im Grünen und mehr. Welche Zeichen der Bürgerschaft brauchen Sie noch, um zu erkennen, dass dieses Thema die Menschen umtreibt, und daher das Gehört-werden bei dieser Frage von besonders hoher Bedeutung ist?

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,
Mit Ihrem
“Nein” zum Globebau, der kein Globe mehr sein wird, geben Sie der Stadt, sich und dem Intendanten eine echte Chance. Mit einem “Ja” zum Bürgerentscheid zeigen Sie Mut und Bürgersinn.

Es drängt nicht. Gut Ding will Weile haben.

Freundliche Grüße von Gudrun H. Hölzer

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