Ist das „Theater ums Theater“ jetzt zu Ende?

 

Jetzt scheint das „Theater“ um die 2. Spielstätte der Freilichtspiele SHA erst mal beendet. Der Hauptverfechter des Neubaus, OB Pelgrim, auch FLS-Vorsitzender, wird auf dubiose Weise zum „Nichtbefangenen“ erklärt, der SPD-Antrag für einen Bürgerentscheid formal „abgeschmettert“ (Originalton Hallertagblatt), die Denkmalschutzbehörde gibt (Gegen den Entwurf aus dem Hochbauamt können „nicht unerhebliche Bedenken zurückgestellt werden“, da er das Volumendes bestehenden Provisoriums „nur in geringem Maß überschreitet und sich eher in die bestehende Grünanlage einordnet“, HT vom 9.3.16), grünes Licht und die Verwaltung wird per Gemeinderatsbeschluss mit der weiteren Planung des Neubaus beauftragt.

Die engagierte Haller Bürgerschaft konnte mit ihren Aktionen wenigstens den im Geheimen geplanten „Odeion-Entwurf“ von Pelgrim/Hüls verhindern. Auch die Lindachbrücke wurde vorerst mit knapper Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats, gekippt. Man wird sich allerdings in Schwäbisch Hall, wahrscheinlich 2017, auf eine „Baustelle Unterwöhrd“ einrichten müssen, dort, wo die Haller eigentlich ihr „Grünes Wohnzimmer“ haben. Offen bleibt das tatsächliche Ausmaß, in dem der Unterwöhrd droht verbaut oder beim Bauen beeinträchtigt zu werden.

Erst wenn der Gemeinderat wie angekündigt, die 4 Millionen Zuschuss für den „Bauherrn Freilichtspiele“ freigibt und der Bauantrag gestellt ist, wird für die Haller offenkundig werden, wie weit der Theaterneubau in die optische und räumliche Substanz des Unterwöhrd  („unser grünes Wohnzimmer“) eingreift. Dann kann auch die Lage des Bauzauns und die Ausdehnung der Baustelle eingeschätzt werden, um zu ermessen, in welchem Ausmaß den Bäumen des Unterwöhrd „Kahlschlag droht“. Der OB, der erklärt hat „Ein möglicher Globenachfolger sei allerdings nicht von der Brücke abhängig“ (HT vom 12.12.15), muss dann auch beim Wort genommen werden, wenn er, wie zu erwarten ist, den Sperrvermerk des Gemeinderats zum Bau der Lindachbrücke aufheben möchte. Mit Herrn Baumann und Herrn von Westerholt hat der OB Fürsprecher für seine LKW-Brücke „Am Lindach“ gefunden. Das zeigen ihre öffentlich gemachten Äußerungen deutlich: „Es geht um die Verkehrsführung der Innenstadt“ bzw.: „… denn von dort (Bahnhofsareal, d.V.) entstehe über eine zusätzliche Brücke am Lindach eine Achse in die Innenstadt“. (HT vom 12.12.15). Der Abriss des Theaterstegs ist da auch miteinbezogen. Sicherlich muss wegen der Brücke noch mit erheblichen zusätzlichen Eingriffen in den Unterwöhrd-Baumbestand gerechnet werden.

Man darf gespannt sein, wie weit sich in Zukunft die Freilichtspiele (HT-Haas-Kommentar: „Neue Geschichte des Erfolgs startet“) sowohl von der inhaltlichen Konzeption her als auch in der Höhe der jährliche Zuzahlungen durch die Stadtkasse (2015: 900 000 €) in die richtige Richtung  entwickeln werden. Variable Größen sind hierzu die tatsächlichen Zuschauerzahlen und die bereits angekündigten Vorteile durch „Mehrzwecknutzung“. Und: Wer von den Kulturschaffenden Halls darf und kann sich denn in Zukunft die Nutzung des Theater-Räumlichkeiten leisten?  Es bleibt zu hoffen, dass dieser Theaterneubau nicht auch noch den Namen des Hauptsponsors bekommt!

Der Haller Gemeinderat wird in der nächsten Zeit hinsichtlich Unterwöhrd, Lindachbrücke und Verkehrsplanung  vor viele für die Bürgerschaft wichtige Fragen und Entscheidungen gestellt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die im Jahr 2014 gewählten Gemeinderatsmitglieder (Wahlbeteiligung 44,6%) dabei konsequent ihrem Auftrag nachkommen, lobbyunabhängig nur dem Gemeinwohl zu dienen.

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