SIEG FÜR DIE STADT

Siegen baut sein Zentrum entschlossen um: Wo Autos parkten und Läden leer standen, findet man nun einen renaturierten Fluss, öffentliche Plätze und mehr Studierende im Stadtbild.

Textauszüge aus dem Deutschen Architektenblatt 04-2018.
Eine kleine Ermutigung, die Umgestaltung des Haalplatzes größer zu denken als nur in „Parkbänken und Pflastertyp“ (Gemeinderat)
http://dabonline.de/…/sieg-fuer-die-stadt-siegen-stadtumbau/ 
Die „Siegplatte“, ein Parkplatz über dem Flussbett

 

Neugestaltung: Freifläche statt Parkfläche

In Siegen hat man es gut gemeint mit den Autofahrern. Eine Schnellstraße schlängelt sich durch das enge Tal. In der Unterstadt zwängen sich Parkhäuser an die Siegufer, sogar am Abhang der historischen Oberstadt hat man im Verlauf der Stadtmauer eines untergebracht. Das Auto ist für die Pendler aus dem ländlichen Umland das Fortbewegungsmittel der Wahl, und auch die Stadt selbst lädt mit ihrer bergigen Topografie nicht gerade zum Fahrradfahren ein.
[…] So überzeugend das seit 2016 zu besichtigende Ergebnis ist, so überraschend ist die lang anhaltende Kritik an der Planung, denn die Siegplatte war wegen ihrer zentralen Lage beliebt: „Die Autos standen hier Schlange, auch wenn das Parkhaus nebenan frei war“, erinnert sich Thomas Griese, der als städtischer Bauleiter für den Stadtumbau verantwortlich war. Mit einem Gutachten konnte man jedoch nachweisen, dass die Innenstadt genug Parkplätze besitzt. „Auch viele Einzelhändler waren skeptisch. Sie fürchteten, dass mit dem Wegfall der Parkplätze die Geschäfte entlang der Sandstraße sterben würden. Dabei gab es da sowieso kaum noch echten Einzelhandel, sondern vorwiegend Handy-Läden“, ergänzt Henrik Schumann.
[…] Doch Henrik Schumann sieht schon positive Effekte durch den Stadtumbau, berichtet von Boutiquen und Gastronomie statt Handy-Läden in der Sandstraße und von ersten Neueröffnungen in der Oberstadt. Damit zahlt sich langsam aus, was die Stadt in weiser Voraussicht als Teil der Gesamtstrategie mitgedacht hat: nämlich für die neuen öffentlichen Räume ein neues Publikum gleich mitzugenerieren.
[…] Um die Kritiker zu überzeugen und den Bürgern und Einzelhändlern die lange Bauzeit zu erleichtern, wurde der Stadtumbau offensiv kommuniziert, wie Henrik Schumann betont: „Wir wollten die Planung und den Bau transparent machen und wichtige Meilensteine zelebrieren.“

Über Sven Haustein 35 Artikel
selbständiger freier Architekt in Schwäbisch Hall, vielseitig ehrenamtlich engagiert z.B. beim gemeinschafltichen Bauen in Schwäbisch Hall, bei Hall Aktiv, im Carsharing-Verein "teilAuto Hall e.V.", Haus & Grund, der Architektenkammergruppe und dem Bürgerforum.

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